Direkte und indirekte Amortisation

Was bedeutet Amortisation? Im Fachjargon wird das Zurückzahlen  der Hypothek als Amortisation bezeichnet.  Man unterscheidet zwischen der direkten und indirekten Amortisation. Worin unterscheiden sie sich und was sind ihre Vor- und Nachteile?

Für die 1. Hypothek gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, ob oder wann sie zurückbezahlt werden muss. Eine Amortisationspflicht besteht nur für die 2. Hypothek; diese müssen Sie innerhalb von 15 Jahren oder spätestens bis zur Pensionierung vollständig zurückbezahlen. Eine 2. Hypothek besteht, wenn Sie mehr als 66% des Kaufpreises beziehungsweise Verkehrswertes der Immobilie beliehen haben. Für die Amortisation Ihrer Hypothek haben Sie zwei Varianten zur Auswahl.

Direkte Amortisation – Rückzahlung direkt an den Hypothekargeber: Bei der direkten Amortisation zahlen Sie in regelmässigen Abständen die Hypothek direkt zurück. Dadurch reduziert sich die Höhe der Hypothek nach jeder Rückzahlung, womit auch die Zinskosten sinken. Das klingt erst mal gut, ist aber aus Steuersicht in der Regel ungünstig, weil Sie die Zinsen für Ihre Hypothek  vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abziehen können. Sinkende Zinskosten gehen also mit steigenden Steuern einher.

Indirekte Amortisation – Rückzahlung über eine Vorsorgelösung: Bei dieser Variante bleibt die Höhe der Hypothek über die gesamte Laufzeit gleich hoch. Die Bank verlangt also keine direkte Amortisation, stattdessen muss der Kunde regelmässig einen vertraglich festgelegten Betrag auf ein 3a Konto oder Depot (Banklösung) oder in eine Vorsorgepolice 3a oder 3b  einzahlen.  Vorsorgepolicen werden von Versicherungen angeboten und beinhalten einen Spar- und einen Versicherungsteil der bei Ableben, Invalidität oder Krankheit dem Begünstigten eine bestimmte Summe ausbezahlt, so entsteht eine zusätzliche Absicherung. Darüber hinaus gewinnen Sie eine zusätzliche Sicherheit, wenn Sie krankheits- oder unfallbedingt auf Ihr Einkommen verzichten müssen.

Die Bank- und Versicherungslösung gibt’s als Zins- sowie als Wertpapierlösung, die oft als Fondspolicen bezeichnet werden und höhere Renditen erwirtschaften.  Das so angesparte Kapital wird verpfändet und dient als zusätzliche Sicherheit. Bei der indirekten Amortisation können Sie sowohl die gleichbleibend hohen Zinsen als auch die Vorsorgebeiträge (bis zum 3a Maximum) vom steuerbaren Einkommen abziehen. Dabei können Sie in doppelter Hinsicht Steuern sparen und darüber hinaus noch eine Rendite erwirtschaften. Spätestens, wenn die Pflichtamortisation fällig ist (z.B. mit der Pensionierung), wird das angesparte Vorsorgekapital (inklusiv der erzielten Rendite) ausbezahlt werden. Der ausbezahlte Betrag muss zwar versteuert werden jedoch zu einem günstigeren Steuersatz. Da Einzahlungen in die 3. Säule jährlich begrenzt sind ist bei hohen Amortisationen eine Kombination der direkten und indirekten Amortisation oft sinnvoll.

Welche Variante ist besser?
Bei der Frage direkte oder indirekte Amortisation spricht vieles für die indirekte Variante, da sie steuerliche Vorteile bietet. Es gibt aber viele Faktoren, die in die Amortisationsplanung hineinspielen und die Sie in der Gesamtheit betrachten sollten. Neben Fragen des finanziellen Umfeldes und der Steueroptimierung gehört auch Ihr Anlageverhalten dazu, also ob und wie viel von ihren flüssigen Mitteln Sie zum Beispiel in Aktien oder andere Anlagen investieren wollen. Bei der Wahl der indirekten Amortisation lohnt es sich, die Vielfalt von Vorsorgelösungen der Banken und Versicherungen genauer zu betrachten – einige bevorzugen mehr Sicherheit, die anderen mehr Rendite und andere wiederum maximale Freiheit. Die beiden Formen können auch gemischt werden; so dürfen Sie alle fünf Jahre, die durch indirekte Amortisation angesparten Vorsorgegelder beziehen, um Ihre Hypothek direkt zu Tilgen. Dies kann unter Umständen eine interessante Lösung sein, wenn Sie dereinst nicht das ganze Vorsorgekapital auf einen Schlag beziehen und versteuern wollen.  Schliesslich gibt es auch psychologische Faktoren, die Sie beachten sollten: Für manche Menschen ist es wichtig für ihren Seelenfrieden, ihre Schulden laufend abzubauen und irgendwann loszuwerden – finanzielle Optimierung hin oder her. Je nach Kreditgeber können die Amortisationen etwas unterschiedlich ausfallen. Ihr persönlicher ipoteca.ch Berater berechnet für Sie bei jedem Angebot die exakte Höhe der geschuldeten Amortisation und unterstützt Sie bei Bedarf bei der Auswahl der richtigen Vorsorgelösung – für volle Transparenz und Vergleichbarkeit.

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